Vortrag Pflege-Stärkungs-Gesetz II

     

 

Vortrag von der Pflegestufe zum Pflegegrad – Pflege-Stärkungs-Gesetz II

Ambulant vor Stationär

Der VdK OV Schwarzenbruck hatte am 08. März zu einer Informationsveranstaltung geladen. Die gut besuchte Bürgerhalle, gab dafür den passenden Rahmen. Frau Erik Groß begrüßte zu Beginn Frau Gerlinde Heilingbrunner (AOK Pflegeberatung), Frau Angelika Feisthammer (Behindertenbeauftragte des LRA  Lauf) und Frau Jenny Nyenhuis (2. BM Schwarzenbruck) und freute sich über die zahlreichen Besucher. Ebenso wurde die Firma Urban und Hemmler begrüßt, die uns ein paar Hilfsmitteln als Ausstellungsstücke unterstützte.

Frau Gerlinde Heilingbrunner von der AOK Pflegkasse erläuterte die Änderungen des Pflegestärkungsgesetz II. Sehr anschaulich schaffte es Frau Heilingbrunner, das schwere Thema uns allen näher zu bringen.  So wurde das neue Regelwerk erläutert. Zuerst gab es ausführliche Erläuterungen zu dem neuen Pflegebdürftigkeitsbegriff.  Dieser wird in 6 Lebensbereiche (Module) unterteilt und dann einzeln bewertet. In jedem einzelnen Modul gibt es dann spezifische Fragen, in wie weit die Selbstständigkeit oder Fähigkeiten der Betroffenen beeinträchtigt sind. Eine besondere Änderung im neuen Pflegebedürftgkeitsbegriff ist, dass die psychischen Einschränkungen sehr viel stärker Beachtung finden, als die physischen. Dies kann dann auch wiederum negative Auswirkungen haben, wenn man „nur“ körperlich eingeschränkt ist. Hier wird wohl in Zukunft der Gesetzgeber noch einmal nach bessern müssen. Hier betreten ab 2017 alle, also die Krankenkassen, der Medizinische Dienst und alle Betroffenen Neuland. So hat der MDK in Nürnberg eine Servicenummer eingerichtet. Sie lautet: 09116506855

Ein weiteres wichtiges Thema sind die Pflegeleistungen. Hierzu ein paar Änderungen. Es gibt ab 2017 die Möglichkeit der teilstationären Tages-/Nachtpflege (ab Pflegegrad 2). D.h. z.B. ich kann auch 1mal pro Woche eine stationäre Nachtpflege für zu pflegende Angehörige in Anspruch nehmen, um einmal pro Woche als pflegender Angehöriger eine Nacht schlafen zu können.  Genau Auskünfte gibt jeder Pflegekasse. Verhinderungs- und Kurzzeitpflege gibt es bereits ab Pflegegrad 2 und kann auch miteinander kombiniert werden bzw. zusätzlich können Beträge/Teilbeträge übertragen werden.

Leistungen ab Pflegegrad 1

Ab Pflegegrad 1 kann bereits die Entlastungsleistung (Spazieren gehen, Hilfe im Haushalt, Spielenachittag usw.) in Höhe von 125,00€ monatlich in Anspruch genommen werden. Hier gibt es aber nur die Möglichkeit, diese Leistung über eine mit der Krankenkasse zugelassene Einrichtung abzurechnen. Dafür kann man diesen Betrag bis zum 01.06. des Folgejahres ansparen und verbrauchen. Bis Ende 2018 gibt es noch eine Sonderreglung.

Die monatlichen Pflegehilfsmittel in Höhe von 40,00 €  können ab Pflegegrad 1 in Anspruch genommen werden. Dies umfasst z.B. Hausnotruf, Betteinlagen, Handschuhe und verschiedene Desinfektionsmittel. Diese Leistungen erbringen u.a. die örtlichen Apotheken oder auch das Internet.

Umbaumaßnahmen im häuslichen Umfeld in einer Höhe von max. 4000,00 € pro Maßnahme. Sollte eine Höherstufung später erfolgen, kann dieser Betrag bei notwenigen Baumaßnahmen im häuslichen Umfeld noch einmal verwendet werden. Auch bei Umzug in ein behindertengerechtes, barrierefreies/barrierearmes Umfeld ist dieser Zuschuss möglich.

Wer pro Woche mind. 10 Stunden an zwei Tagen nicht erwerbsmäßig pflegt und nicht mehr als 30 h/Woche berufstätig ist, für denjenigenübernimmt die Krankenkasse die Rentenversicherungsbeiträge in einer bestimmten Höhe. Dies entfällt bei regulärer Rente. Wer seine berufliche Tätigkeit zur Pflege Angehöriger aufgegeben hat, für diesen Personenkreis werden die Beiträge zu Arbeitslosenversicherung übernommen. Bei der Kommunalen Unfallversicherung ist jeder, für den Fall eines Unfalles während der Pflege, unfallversichert.

Mit der neuen stationären Regelung, will der Gesetzgeber erreichen, dass erst Personen mit einem hohen Pflegegrad in stationäre Einrichtungen kommen. Deshalb sind die Eigenleistungen ab 2017 in einem Pflegeheim von Pflegegrad 1 bis 5 gleich (außer Bestandsschutz). Hoffentlich wird dann auch mehr Personal bereitgestellt.

Die AOK Bayern berät ausführlich, Angehörige von Pflegebedürftigen, wenn gewünscht auch im häuslichen Umfeld.

Es gilt intensiver die Pflegeberatung und Pflegekurse in Anspruch zu nehmen. Leistungen, die allen offenstehen und viel zu wenig genutzt werden.

Während des Vortrages konnten die Zuhörer sofort ihre Fragen an Frau Heilingbrunner richten. Am Ende des informativen Nachmittags, bedankte sich Frau Groß mit einem kleinen Präsentkorb.

 

Sylvia Kunze

 

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