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Hilfen für Angehörige

Pflegende Angehörige sind die Basis der Versorgung

Im Rahmen der Pflegepolitik kommt der Unterstützung pflegender Angehöriger ein besonderer Stellenwert zu. Pflegende Angehörige leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des demografischen Wandels. Durch sie wird die Realisierung des Wunsches vieler Menschen, bis zum Lebensende in ihrem gewohnten Umfeld verbleiben zu können, möglich. Die Pflege von älteren Menschen und die vielfältigen Aufgaben rund um die Pflege stellen eine extreme körperliche und seelische Belastung dar. Die bewundernswerte Arbeit der pflegenden Angehörigen muss daher unterstützt werden. Einen hilfebedürftigen Angehörigen zu pflegen, erfordert neben Zeit und Organisation auch viel Kraft und Geduld. Die Betreuung von Pflegebedürftigen erfolgt meist „Rund um die Uhr". Dies führt zu unzähligen Veränderungen im Leben der bzw. des Pflegenden bis hin zur totalen Isolation.

Flyer "Hilfen für pflegende Angehörige. Niedrigschwellige Betreuungsangebote"

Angebote zur Unterstützung und Entlastung

Fachstellen für pflegende Angehörige

Pflegezeit ist Lebenszeit. Aufgabe der Fachstellen ist es, durch psychosoziale Beratung, begleitende Unterstützung und Entlastung der pflegenden Angehörigen älterer pflegebedürftiger Menschen zu verhindern, dass die Angehörigen durch die oft lang andauernde Pflege selbst erkranken und zum Pflegefall werden. Bayernweit gibt es derzeit rund 100 Fachstellen für pflegende Angehörige. Der Freistaat Bayern unterstützt die Fachstellen für pflegende Angehörige im Rahmen des Förderprogramms „Bayerisches Netzwerk Pflege“ mit jährlich über 1,3 Millionen Euro.

Adressen der Fachstellen für pflegende Angehörige

Niedrigschwellige Betreuungsangebote

Durch das erste Pflegestärkungsgesetz werden die niedrigschwelligen Betreuungsangebote gestärkt. Niedrigschwellige Angebote verbessern die ambulante Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz. So ist ein längerer Verbleib in der eigenen Häuslichkeit möglich.

Seit 1. Januar 2015 können sowohl Menschen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz als auch anderweitig Pflegebedürftige für Betreuungs- und Entlastungsleistungen aus der Pflegeversicherung einen monatlichen Grundbetrag von 104 Euro erhalten. Menschen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz bekommen bei einem wesentlich erhöhten Betreuungsbedarf den erhöhten Betrag von monatlich 208 Euro.

Der Betrag dient der Erstattung von Leistungen der nach Landesrecht anerkannten niedrigschwelligen Angebote. Darüber hinaus kann er auch zur Erstattung von Aufwendungen für folgende Leistungen verwendet werden:

  • Tages- oder Nachtpflege
  • Kurzzeitpflege
  • besondere Angebote der allgemeinen Anleitung und Betreuung oder Angebote der hauswirtschaftlichen Versorgung zugelassener Pflegedienste (nicht jedoch für Leistungen der Grundpflege)

Wer seinen Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen nicht voll ausschöpft, kann zudem den nicht für den Bezug von ambulanten Sachleistungen genutzten Betrag - maximal aber 40 Prozent des hierfür vorgesehenen Leistungsbetrages - für niedrigschwellige Angebote verwenden.

Derzeit werden vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege rund 650 niedrigschwellige Angebote und Angehörigengruppen gefördert.

Broschüre "Pflegeleistungen ab 1. Januar 2015", Bundesministerium für Gesundheit

Betreuungsgruppen

Die Betreuungsgruppe soll pflegende Angehörige stundenweise entlasten und den betreuungsbedürftigen Personen Kontaktmöglichkeiten in familiär gestalteter Umgebung bieten. Für einige Stunden haben sie die Möglichkeit auch außerhalb ihres familiären Umfeldes Gemeinschaft zu erfahren. Betreuungsgruppen werden in der Regel gegen einen geringen Kostenbeitrag wöchentlich oder 14-tägig angeboten. Sie finden unter der Leitung einer Fachkraft ergänzt durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer statt. Bayernweit existieren derzeit rund 300 Betreuungsgruppen.

Adressen der Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz

Ehrenamtliche Helferinnen- und Helferkreise

Um auch Angehörige von Pflegebedürftigen zu entlasten, die das Haus nicht verlassen können, übernehmen geschulte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unter pflegefachlicher Anleitung meist gegen eine kleine Aufwandsentschädigung die stundenweise Betreuung des Pflegebedürftigen im häuslichen Bereich. Bayernweit existieren derzeit rund 220 ehrenamtliche Helferinnen- und Helferkreise.

Liste Träger anerkannter / geförderter ehrenamtlicher Helferkreise

Liste Ehrenamtliche Helferinnen- und Helferkreise: Familienentlastende Dienste

Außerdem werden niedrigschwellige Angebote erbracht von:

Angehörigengruppen

Je fortgeschrittener das Stadium der Erkrankung, desto größer wird der Betreuungsaufwand. Auch die pflegenden Angehörigen selbst müssen einen Weg finden, mit der oftmals belastenden Situation umzugehen. Die regelmäßigen Treffen der Angehörigengruppen finden unter fachlicher Anleitung statt. Sie dienen der Entlastung der Betroffenen und bieten die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Derzeit existieren bayernweit rund 130 Angehörigengruppen.

Adressen der Angehörigengruppen

Beratung

Die Agentur zum Auf- und Ausbau niedrigschwelliger Betreuungsangebote informiert pflegende Angehörige, Ehrenamtliche und Träger rund um das Thema niedrigschwellige Angebote. Die Agentur hat die Aufgabe den Ausbau von niedrigschwelligen Angeboten in Bayern zu begleiten.

Der Freistaat Bayern fördert niederschwellige Betreuungsangebote

Der Spitzenverband Bund der Pflegekassen stellt für die Förderung niedrigschwelliger Betreuungsangebote Mittel aus dem Ausgleichsfonds der Pflegekassen bereit, sofern das entsprechende Bundesland bzw. die kommunale Gebietskörperschaft oder die Arbeitsförderung ebenfalls einen Zuschuss gewährt. Dem Freistaat Bayern ist der Erhalt sowie der weitere Auf- und Ausbau niedrigschwelliger Betreuungsangebote ein wichtiges Anliegen.

Weitere Informationen zu den Förderungen

Flyer "Begleitung von Menschen mit Demenz. Ein Ehrenamt für mich?"

Flyer "Aufbau von niedrigschwelligen Betreuungsangeboten"

Betreuungsangebote ehrenamtlich Tätiger und der Selbsthilfe im Bereich der Pflege

Weitere alternative Hilfeangebote für die häusliche Versorgung sind Betreuungsangebote von Gruppen ehrenamtlich Tätiger auch für somatisch Pflegebedürftige, wie z.B. Betreuungsgruppen, ehrenamtliche Helferinnen- und Helferkreise sowie Angebote von Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen.

Der Freistaat Bayern fördert Angebote im Rahmen von § 45d SGB XI.

Pflegekurse

Ein Pflegekurs, der sachliche Informationen rund um alle auftretenden Fragestellungen bietet, wirkt oft einer Überforderung entgegen. Pflegekurse dienen der Schulung und Begleitung von pflegenden Angehörigen. Die fachliche Unterstützung und der Austausch mit Gleichgesinnten ist oft eine wertvolle Stütze.

Die Pflegekurse werden über die Pflegekassen finanziert. Die Pflegekassen bieten für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen Pflegekurse an, um soziales Engagement im Bereich der Pflege zu fördern und zu stärken, Pflege und Betreuung zu erleichtern und zu verbessern sowie pflegebedingte körperliche und seelische Belastungen zu mindern.

Handbuch "Kurs für pflegende Angehörige"

Die Neuerscheinung "Kurs für pflegende Angehörige", die vom Bayerischen Sozialministerium herausgegeben und über den Ernst Reinhard Verlag vertrieben wird, bietet für Kursleiterinnen und Kursleiter von Pflegekursen für pflegende Angehörige eine Grundlage für die optimale Vorbereitung und Durchführung von Pflegekursen. Insbesondere der modulare Aufbau des Handbuchs erlaubt einen flexiblen Zuschnitt der Inhalte auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Eine CD-Rom mit zahlreichen Vorlagen für Handouts und Folien komplettiert das Buch mit 353 Seiten, das im Buchhandel erhältlich ist.

Publikation "Kurs für pflegende Angehörige"

 

 

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